Elternseminar des BKMF

Wir beschäftigen uns ja erst seit ein paar Monaten mit dem Thema Kleinwuchs, aber trotzdem war uns der BKMF (Bundesverband Kleinwüchsige Menschen und ihre Familien) schon eine riesige Hilfe!

In meiner ersten Unsicherheit habe ich ziemlich schnell an die Beratung des Vereins geschrieben und mich dort gleich gut aufgehoben gefühlt. Und nun waren wir im Juni sogar beim Elternseminar dabei – das ist für Eltern gedacht, die noch nicht so lange wissen, dass ihr Kind kleinwüchsig ist. Man kann sich nicht nur untereinander austauschen, sondern bekommt auch viele Informationen von verschiedenen Seiten: ein auf Kleinwuchs spezialisierter Arzt, eine Physiotherapeutin, der Vater eines neunjährigen Jungen mit Achondroplasie und mehrere kleinwüchsige Erwachsene waren vor Ort.

Ein bisschen haben wir uns außen vor gefühlt, weil die meisten Kinder dort Achondroplasie hatten (7 von 11), was nunmal die häufigste Kleinwuchsform ist, während unser Pünktchen ja quasi eine Luxusvariante davon hat. Aus der Sicht der Eltern von Achondroplasie-Kindern sieht er sicher „groß“ und „normal“ aus.

Trotzdem haben wir aber sehr von dem Seminar profitiert. Es war super, erwachsene Kleinwüchsige zu treffen, die so zufrieden mit ihrem Leben sind, und sie ein bisschen ausfragen zu dürfen. ;D Es war großartig, von allen BKMF-Leuten ernstgenommen zu werden, ohne sich wieder die typischen Sprüche anhören zu müssen wie „Macht euch mal keine Sorgen, der wächst noch.“ Unsere Wahrnehmung wurde zum ersten Mal so richtig validiert, und uns wurde mehrfach rückgemeldet (unter anderem von dem Arzt), dass wir mit unserem Verdacht auf Hypochondroplasie vermutlich richtig liegen.

Überrascht war ich, zu hören, dass selbst bei Kindern mit Achondroplasie manchmal solche relativierenden Sätze aus dem Bekannten- oder Verwandtenkreis kommen, obwohl da die Diagnose üblicherweise schon kurz vor oder nach der Geburt feststeht. Manche Menschen wollen das dann aber offenbar nicht wahrhaben.

Noch eine wichtige Erkenntnis haben wir von dem Seminar mitgenommen: Es ist sinnvoll, ganz offensiv mit dem Thema Kleinwuchs umzugehen. Die meisten Leute haben keine Ahnung davon – hatten wir ja vor Kurzem auch noch nicht – und wenn z.B. die anderen Kita-Eltern nicht Bescheid wissen, gibt es vielleicht blödes Getratsche. Wir haben deshalb beschlossen, im neuen Kitajahr beim ersten Elternabend über Pünktchens Kleinwuchs zu sprechen. Die Erzieher:innen wissen sogar jetzt schon alle Bescheid.

Mit dieser neuen Klarheit fühle ich mich deutlich wohler.

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