Diagnostik, dritter Teil: Fehler und neuer Anlauf

Die Endokrinologin hat, wie uns mittlerweile klar ist, einiges falsch gemacht. Das wissen wir, seitdem wir beim Elternseminar des BKMF waren und dort unter anderem mit einem auf Kleinwuchs spezialisierten Arzt gesprochen haben.

Die Aussage, ein Gentest wäre teuer und könne nicht sofort gemacht werden, war Quatsch. Heutzutage sind Gentests ziemlich günstig und können gleich bei einem auch noch relativ unkonkreten Verdacht gemacht werden.

Das Röntgen der linken Hand und der Beine wäre nicht nötig gewesen; stattdessen wäre ein Röntgenbild der unteren Wirbelsäule interessant gewesen.

Was die Wachstumshormone betrifft, so hat die Ärztin nur eines von mehreren relevanten Hormonen bestimmt. Zudem hat dieser eine Wert gar keine Aussagekraft, da die Konzentration des Hormons ständig schwankt und daher mehrmals über den Tag verteilt Blut abgenommen werden müsste, um zu erkennen, ob genug davon vorhanden ist.

Hinzu kommt noch ihr Verhalten beim Messen – Pünktchen wurde erst von einer Assistentin im Stehen gemessen, die Ärztin hat ihn aber danach noch im Liegen gemessen, nur weil sie ihn so noch zwei Zentimeter „länger messen“ konnte. Und dann kamen so Aussagen wie „manche Kinder haben eben kürzere Beine als andere“. Ich habe mich einfach nicht ernstgenommen gefühlt, ihr aber ansonsten vertraut… Im Nachhinein bin ich jetzt ziemlich sauer.

Zum Glück hatten wir, direkt nachdem der Befund (oder Nicht-Befund) der Endokrinologin da war, durch’s BKMF einen Kontakt zu einem kleinwuchserfahrenen Professor bekommen. Der hat uns schnell geantwortet, sich alle unsere Unterlagen (Messwerte aus dem U-Heft, Röntgenbilder, Befund der Endokrinologin) angeschaut, und nun haben wir dort einen Termin Anfang August. 🙂

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